Nordic Walking gilt als eine der effektivsten Ausdauerformen für alle Altersgruppen – und das ist keine Marketing-Behauptung, sondern durch Studien belegt. Was die Wissenschaft über die gesundheitlichen Effekte des Stockgehens tatsächlich sagt, ist interessanter als manch einer denkt.
Mehr Kalorienverbrauch als normales Gehen
Mehrere Studien haben Nordic Walking mit normalem Spazierengehen bei gleicher Geschwindigkeit und Strecke verglichen. Das Ergebnis: Nordic Walking verbrennt bei korrekter Technik 20 bis 46 Prozent mehr Kalorien. Der Grund liegt in der Aktivierung der Oberkörpermuskulatur durch den Stockeinsatz. Schultern, Brust, Rücken und Arme arbeiten aktiv mit – Muskeln, die beim normalen Gehen kaum beansprucht werden.
Herz-Kreislauf-System
Regelmäßiges Nordic Walking wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Studien zeigen eine messbare Senkung des Ruhepulses und des Blutdrucks bei Personen, die über mehrere Monate dreimal wöchentlich Nordic Walking betrieben haben. Die Herzfrequenz liegt beim Nordic Walking im Vergleich zum normalen Gehen bei gleicher Schrittgeschwindigkeit deutlich höher – ein Zeichen dafür, dass das Herz stärker gefordert wird.
Gelenke und Rücken
Ein häufiges Missverständnis: mehr Muskeleinsatz bedeutet automatisch mehr Gelenkbelastung. Das ist beim Nordic Walking nicht der Fall. Die Stöcke fangen beim Aufsetzen einen Teil des Körpergewichts auf und entlasten damit Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Für Menschen mit Knieproblemen oder Übergewicht ist Nordic Walking deshalb oft eine geeignetere Trainingsform als Joggen.
Auch für den Rücken hat Nordic Walking positive Effekte: Die aufrechte Haltung, die die Stocktechnik erzwingt, und die Kräftigung der Rückenstrecker wirken präventiv gegen Verspannungen und chronische Rückenschmerzen.
Rehabilitation und ältere Zielgruppen
Nordic Walking wird zunehmend in der Rehabilitation eingesetzt – nach Herzoperationen, bei Parkinson, in der orthopädischen Nachsorge. Der Grund: Die Intensität lässt sich leicht steuern, die Gefahr eines Sturzes ist durch die Stöcke geringer als beim Joggen, und der Einstieg ist auch für untrainierte Personen problemlos möglich.
Besonders für ältere Menschen bietet Nordic Walking einen doppelten Vorteil: Die körperliche Belastung lässt sich gut dosieren, und der soziale Aspekt – gemeinsam in der Natur unterwegs zu sein – wirkt positiv auf das psychische Wohlbefinden.
Einschränkungen und Hinweise
Die positiven Effekte treten vor allem bei korrekter Technik auf. Wer die Stöcke nur trägt und nicht aktiv einsetzt, macht aus sportwissenschaftlicher Sicht keinen Unterschied zum normalen Gehen. Wer gesundheitliche Einschränkungen hat, sollte vor dem Einstieg eine ärztliche Rücksprache halten. Weiterführende Informationen zum Thema Sport und Gesundheit bietet die Sportärztezeitung, eine Fachpublikation für sportmedizinische Praxis.
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